domingo, 16 de octubre de 2011

Paterna de Rivera oder Die Verwandlung VOL I

HARTWIG BERGER
Paterna de Rivera oder Die Verwandlung
Ein andalusisches Dorf in der Krise

Einst ernährte sich das andalusische Dorf von der Landarbeit auf den Latifundien der Großgrundbesitzer, später auch von der Arbeit in den Werften, auf dem Bau in den Städten und in der Emigration. Heute ist es von hoher Arbeitslosigkeit geknebelt. Ein bisschen abgepolstert, erzwingen nun Krise und Rückbau sozialer Leistungen den Zusammenhalt der Familien und Nachbarschaftshilfe.
Unser Autor kennt den Ort lange und erkennt den Wandel. Er steht nicht gleich für ganz Spanien, aber doch für viele ländliche Regionen, auch über Andalusien hinaus.

Paterna de Rivera, ein Dorf von heute 5600 Einwohnern, erreiche ich von Cádiz mit dem Linienbus.Wie vor 38 Jahren, als ich das ersteMal hier für zweiMonate lebte, fährt der Bus zweimal pro Tag und endet weiterhin dort, wo Rufino seine Kneipe betreibt. Er konnte sie 1963 mit Ersparnissen aus Bauarbeit und Gesang eröffnen.Der 72-Jährige,ein vielfach ausgezeichneter und geehrter Flamenco-Sänger, führt den Laden gemeinsam mit seinem Sohn José, zwei Familien müssen mit seinen Einkünften versorgt werden.Rufino schließt auch heute nicht vor Mitternacht und öffnet früh um 5 Uhr.
Das ist die Zeit, in der sich früher viele Landarbeiter vor dem Aufbruch in die Felder einfanden,Kaffee und oft einen Kognak tranken.Wenn sie von den Verwaltern der Latifundien angefragt waren, zogen oft Hunderte mit ihrenMopeds aufs Land; oder sie sammelten auf eigene Rechnung Schnecken, Palmgräser, Wildgemüse, die sie an Zwischenhändler verkauften.
Bis in die 1980er-Jahre konnte man davon in der laufenden Saison die Familie versorgen. Diese Zeiten sind lange vorbei. Die señoritos – wie man die Großgrundbesitzer allgemein nennt – haben ihre Betriebe voll durchrationalisiert und mechanisiert. Für Dauerarbeiten brauchen sie nurmehr den Verwalter, einige Fahrer für die verschiedenen Maschinen und den zur Behinderung wilder Jagd unverzichtbaren Wächter zu Pferde.Nur noch vereinzelt und zu ganz wenigen Arbeiten wie die Weinernte oder den Gemüseanbau in Bewässerungszonen werden Tagelöhner angefordert, immerhin zu festen Tarifen,die von den Landarbeitergewerkschaften durchgesetzt worden sind.Die Landarbeit auf eigene Rechnung, das »sich das Leben suchen«, wie das hier heißt, kann selbst als vorübergehender Broterwerb kaum mehr betriebenwerden.
Einer derwenigen,der unter anderemvomSammeln vonWildspargel tatsächlich noch,und nicht ärmlich, lebte,
war el Trompo,in seiner freien Zeit ein unermüdlicher Kartenspieler bei Rufino. Doch er ist imvergangenen Jahr gestorben.

Prekäre Arbeit(slosigkeit) im Wandel
So trifft man bei Rufino in der Frühe kaum noch Landarbeiter. Stark zurückgegangen ist auch die Zahl derer,die in Indus triebetrieben in der Bucht von Cádiz beschäftigt sind.General Motors hat vor drei Jahren geschlossen und seinen Betrieb »irgendwohin nach Osteuropa« verlagert. Unter den etwa 2000 Beschäftigten, die entlassen wurden, waren auch einige Dutzend Paterneros. Die Werften, einst Vorzeigebetriebe in Spaniens tiefem Süden, konnten sich jahrelang nur mit staatlichen Subventionen »über Wasser« halten und sind inzwischen teilweise geschlossen. Die verbleibenden Betriebe haben gegenwärtig kaum Aufträge, stehen teilweise still oder überbrückenmit Kurzarbeit.Schon vor einiger Zeit sind ältere Arbeiter in Frühpension geschickt worden, wobei gewerkschaftliches Engagement, Streiks und Blockaden der neuen Autobrücke nach Cádiz immerhin für akzeptable Rentenbezüge sorgten. Härter trifft es die zahlreichen zeitlich befristet Eingestellten derWerften undHilfsfirmen.Sie sind nur für die Dauer der Arbeitsaufgabe eingestellt, stehen nicht unter Kündigungsschutz und beziehen keine oder kaum Abfindungen.
Bei ihnen handelt es sich überwiegend um Pendler aus den Landorten der Provinz,wie aus Paterna. Die drei Söhne von Rafaela Martínez1 und ein Enkel, der einzige imarbeitsfähigenAlter,sind seit einiger Zeit bei Reinigungs-und Malertätigkeit im Schiffsbau beschäftigt. Mit sofortigem Kündigungsrecht,wenn die Arbeit ausgeht. Sie sind damit besser dran als zahllose andere Paterneros,die einst am Bau oder im Schiffsbau beschäftigt waren. Ihr relatives Glück verdanken sie verwandtschaftlichen Beziehungen mit dem Chef einer Zuliefererfirma. Francisco, Rafaelas ältester Sohn, setzt darauf, hier wenigstens für ein Jahr arbeiten zu können.

Erst dann hätte er Anspruch auf Arbeitslosengeld und kann mit etwas Rücklagen an seinemnoch unfertigen Haus weiterbauen, dessen Grundmauern sein Vater vor 36 Jahren mit Emigrantengeld,verdient bei der Müllabfuhr in Hannover, errichtet hat.Aber er hat Angst vor dieser Zeit und gibt freimütig zu, unter dem Gefühl von Nutzlosigkeit und der Leere eines unausgefüllten Tages zu leiden.
Zwanzig Jahre Bauarbeit an der Küste bei Malaga haben Francisco nicht gereicht,umdie Rücklagen für dieVollendung seines Heims zusammenzukriegen. Doch war er vorsichtiger als manche andere im Ort, die Häuserbau, Autos und/oder Mobiliar auf Kredit finanzierten und jetzt nicht abbezahlen können. Denn wie Francisco Martínez erging es in Paterna Hunderten: Mit dem Niedergang der Bauwirtschaft wurden sie entlassen, viele bereits im Dauerzustand von einem und mehr Jahren. In den Zeiten des spekulativ angeheizten Booms waren sie im Häuser- und Straßenbau an der Küste tätig, in den Tourismuszentren, auf den Kanarischen Inseln oder ineiner Großstadt. Ihre Familien sahen sie meist nur zum Wochenende, bei weiteren Entfernungen in noch größeren Abständen.
Jetzt leben sie wieder im Heimatort, doch beschäftigungslos, sofern sie nicht in Eigenarbeit oder in der ebenfalls schrumpfenden grauen Ökonomie aktiv sein können.Gelingt das nicht,und ist das inzwischen auf maximal ein halbes Jahr begrenzte Arbeitslosengeld ausgelaufen, müssen sie mit 400 Euro Sozialhilfe monatlich auskommen; auch das nur, wenn sie eine Familie zu ernähren haben. Die Bautätigkeit um und aus dem Ort selbst ruht fast vollständig. Die etwa 30 Kleinbetriebe in Paterna sind entweder insolvent oder liegen ohne Beschäftigte einfach still.
Der Niedergang des Bausektors trifft die Menschen im ländlichen Andalusien besonders schwer. Der jahrzehntelange Boom war eine Art wirtschaftliches Auffangnetz für die schwindende Beschäftigung in der Großlandwirtschaft der Señoritos – in vielen Orten wie Paterna gibt es nur wenige kleine Landbesitzer.
Der zweite große Arbeitsmarkt vor allem in den 1960erund 1970er-Jahren warWesteuropa. In dieser Zeit war aus Paterna jeder zweite bis dritte erwachsene Mann aus Arbeiteroder ländlichem Kleinbürger-Milieu dort für kürzere, meist für längere Zeit tätig,in der Regel ohne Familiennachzug.Rechnet man die damals angebotene saisonale Landarbeit in Frankreich dazu, dürften es 50 bis 70 Prozent zeitweise Wanderarbeiter gewesen sein.2 Im Unterschied zur weit geringeren Arbeitswanderung innerhalb Spaniens – aus Paterna, wie aus Andalusien insgesamt, vorwiegend nach Katalonien – ist die übergroßeMehrheit derwesteuropäischen Emigranten in den Heimatort zurückgekehrt. Die meisten von ihnen sind heute im Rentenalter –mit im Übrigen befremdlich geringen Bezügen, gerade ausDeutschland,wo diemeisten Paterneros alsUngelernte in niedrigen Lohnstufen arbeiteten.Dass die meisten Emigranten-Familien im Ort geblieben sind, ist – neben einer weiterhin überdurchschnittlichen Geburtenquote und Zuzug aus entlegenerenDörfern – der Grund dafür,dass die Einwohnerzahl in 40 Jahren um 2000 Personen zugenommen hat.

Ländliche Lohnarbeit spielt im heutigen Paterna nur eine geringe,dieArbeitsemigration nachWesteuropa fast gar keine Rolle. Das, obwohl es im EU-Raum, im Unterschied zu früher, keine Hinderungsgründe mit Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis gibt. Der Ort Villamartín, wo die Arbeitsbehörde gezielt unter anderem Sprachkurse anbietet, um junge Leute auf Arbeitssuche in Deutschland vorzubereiten, stellt in der Provinz Cádiz bisher eine Ausnahme dar. Zwar könnten sich junge Paterneros in einigen deutschen Städten auf eine Infrastruktur von Ortsnachbarn inzwischen der zweiten Generation von Emigranten stützen, nehmen das aber nicht wahr. Ein Hinderungsgrund dürfte der verbreitete Mangel an beruflicher Ausbildung sein. Das Risiko, in den im Deutschland staatlich regelrecht geschützten Niedriglohnsektor abzugleiten, ist zu groß.
So zog und zieht es dieMänner nach Ende der Arbeitsemigration vor allem in die Baubranche. Manche brachen dafür Schule oder Ausbildung vorzeitig ab,irgendein fachspezifisches Diplomwar ja überflüssig;wie zuvor in der Landarbeit reichte eine kurze,oft bereits in Familienarbeit erworbene Anlernphase aus, umgenügend Geld zu verdienen und einen bescheidenenWohlstand zu erwerben. Die meisten Familien haben sich in den vergangenen Jahren ein Haus bauen können in teilweiser, manchmal auch gänzlicher Eigenarbeit, auf meist engem Raum und ohne jede Abstandsfläche zu den Nachbarn. Fernsehen, Waschmaschine, Kühlschrank sind seit Jahrzehnten Standard, in jüngerer Zeit auch die Klimaanlage, naheliegend wegen kaum isoliertem Bauzustand und preistreibend durch hochgeschnellten Stromverbrauch. Die männlichen Erwachsenen der jüngeren Generationen sind fast voll motorisiert, das Auto hat das einstigeMoped ersetzt.

Mit dem Zusammenbruch des Bausektors und dem Fehlen alternativer Lohnarbeit istMassenarbeitslosigkeit wieder das Stigma des ländlichen Andalusien. Die Provinz Cádiz ist trauriger »Spitzenreiter«,acht der zehn landesweit ammeisten betroffenen Orte befanden sich im April 2011 hier. Paterna lag mit 28 Prozent registrierten Arbeitslosen spanienweit auf Platz drei.3 Allerdings sind nur diejenigen »registriert«,die Arbeitslosengeld oder eine sonstige Unterstützung erhalten.Für viele Langzeitarbeitslose trifft das nicht zu, etwa für alle unverheirateten Männer und Frauen. Die tatsächliche Arbeitslosigkeit liegt also weit höher als die offizielle und beläuft sich nach Schätzungen örtlicher Gewerkschaftler auf etwa 50 Prozent der aktiven Bevölkerung.

Leben ohne Lohnarbeit
Auffallend viele Männer und Frauen sind weiterhin als LandarbeiterInnen deklariert.Das erklärt sich aus einer Regelung, welche vormehr als zwanzig Jahren als Ergebnis erfolgreicher gewerkschaftlicher Kämpfe eingeführt wurde. Die Arbeitslosigkeit auf dem Land war in Andalusien und Extremadura wegen der dortigen Latifundienwirtschaft immer endemisch und verschärfte sich noch mit fortschreitender Mechanisierung.
Zunächst wurden arbeitslose Tagelöhner nach andauernden Protesten vorübergehend für gemeinnützige Arbeiten wie Straßenausbesserungen bezahlt.Später löste die regierende sozialistische Partei ein Wahlversprechen ein, das ihr in beiden genannten Regionen lange zu einer stabilen Mehrheit verhalf: Die Landarbeiterkarte (cartilla agraria) wurde eingeführt.
Wer auf ihr als LandarbeiterIn eingetragen ist,kann dann für sechsMonate (früher sogar für ein Jahr) eine Arbeitslosenhilfe von 400 Euro monatlich beziehen,wenn er oder siemindestens 35 Tage lang für Lohn auf dem Land gearbeitet hat.
Die Einführung der Cartilla eröffnete vor allem Frauen in Landorten eine bescheidene Einnahmequelle. Juani und Maria-Pilar, beides Schwestern von Francisco Martínez, hatten früher kaum eine Chance, im Ort etwas zu verdienen.Maria-Pilar schlug sich jahrelang mit schlecht bezahlter Haushaltsarbeit in Cádiz durch. Schlechte Erfahrungen in verschiedenen Familien und im Alltag und die Einsamkeit in der Großstadt begünstigten Depressionen.Mit dem Erwerb der Cartilla kannsie wieder bei ihren Eltern in Paterna leben, arbeitet für wenigeWochen auf den großflächigen Gemüsefeldern beim 25 Kilometer entfernten Ort Casas Viejas,um den Rest der Monate von der Arbeitslosenhilfe zu leben. In dieser Zeit hilft sie im Haushalt ihrer Mutter, treibt – wie inzwischen viele Frauen –Sport aller Art,bildet sich imKulturzentrum in Informationstechnik weiter und liest gerne Bücher. Ihre Schwester Juani, seit Längerem als nun alleinstehende Mutter geschieden, ergänzt die Cartilla, indem sie für Niedriglohn Putzen und Ausmalen im Ort anbietet. Die Töchter der Familie Fernandez – um ein weiteres Beispiel zu nennen – reisen mit ihren als arbeitslose Bauarbeiter registrierten Brüdern je einmal pro Jahr zur Erdbeerernte der Provinz Huelva und zur Weinernte der weltbekannten Sherry-Trauben bei Jerez und Sanlúcar.
Neben anderen kurzfristigen Arbeitsgelegenheiten und plus Cartilla reicht das bisher,umihre Ehe- oder Lebenspartner,die etwaigen Kinder und sich durchzubringen.Gelingt es Inhabern der Cartilla nicht, die 35 Tage mit der immer spärlicher gesäten Landarbeit offiziell zu summieren,müssen sie versuchen, mit Landbesitzern inoffizielle Deals zu schließen. Zahlungen unter der Hand sind bei diesem aus Not geborenen Schachzug unvermeidlich.
Die Folgen der hohen Arbeitslosigkeit werden von der seit jeher stark verbreiteten informellen Ökonomie etwas abgefedert. Die Bewirtschaftung von Gärten zum Eigenbedarf hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen.Manchmal werden sie auf gepachtetem Land angelegt, vorzugsweise, da kostenfrei, aber am Rand von Straßen und Wegen, das Gemeindeland früherer Viehtriften nutzend.Material wie ausrangierte Bretter und Plastikplanen dienen alsAußenschutz.Oft ergänzt sich das mit der Haltung von Hühnern, Puten oder Ziegen.
Juan Orihuela etwa, in unsicherer Zeitarbeit bei Cádiz, und seine Frau nutzen ein Terrain an der Straße,um eine vielleicht hundertköpfige Ziegenherde unterzubringen. Andere haben sich auf die Aufzucht von Welpen aus einer wertvollen Rasse von Jagdhunden spezialisiert, um sie an Interessenten innerwie außerhalb Paternas zu verkaufen.Manchmal werden die Flachdächer der Wohnhäuser zur Zucht von Legehennen genutzt oder für Rothühner – ein in Südwesteuropa verbreitetes Feldhuhn. Die dressierten Exemplare werden als Lockvögel ausgesetzt, um ihre wilden Artgenossen vor die Flinte von Hobbyjägern zu bringen. Überall werden Marder zur Kaninchenjagd gezogen, denn die Jagd ist in Paterna nicht nur ein traditionell beliebtesMännervergnügen, sondern vielfach ein ergänzender Unterhalt. Der Handel mit Kaninchen floriert auch dann,wenn die Jagdsaison nicht offiziell eröffnet ist.Die Umstände sind allerdings erschwert. Fernando Aguilar, schon lange pensioniert, hat noch ausschließlich davon leben können, dass er nach der herkömmlichen Regel a medias – die Hälfte geht an den Landeigentümer – Kaninchen fing. Jedes Gut im Orts-Umkreis hatte damals mindestens einen Kaninchenjäger angestellt. Heute ist es finanziell attraktiver, das Jagdrecht anwohlhabende Angereiste zu vergeben.Außerdem hat die großflächige Landwirtschaft die mit Maquis bewachsenen Restflächen deutlich verringert.


Wind der Zukunft?
Gibt es für einen Ort wie Paterna Alternativen zur Minderung derMassenarbeitslosigkeit? Die Partido Popular (PP) kündigt an, dass sie nach einer Machtübernahme landesweit wieder  in nahezu unbeschränktes Baurecht in Geltung setzt,das von der PSOE-Regierung unter strengere Kriterien gestelltworden ist. Die PP willmit einer Neubelebung der wilden Spekulation der daniederliegenden Branche neue Impulse geben. Sie setzt damit auf den Gewinn von Wählerstimmen auch und gerade unter Bauarbeitern.Inhaltlich wäre das dieWiederholung einer bereits verlustreich gescheitertenWirtschaftspolitik. Andalusien braucht vielmehr den Aufbau eines vielfältigen Gewerbes mit Zukunftsperspektiven. Vor einigen Jahrzehnten wurde in Paterna viel darüber diskutiert,dass es erforderlich sei,Fabriken hierher aufs Land zu ziehen, statt sie in urbanen Zentren zu ballen und die hier lebendenMenschen zur Arbeitsemigration zu zwingen.Ernsthafte Versuche von Gewerbeansiedlung hat das örtliche Rathaus trotz günstiger Verkehrsanbindungen jedoch nicht unternommen.Erst und ausgerechnet zu Beginn der Krise wurde ein drei Hektar großer polígono industrial vorbereitet, der sich bisher durch asphaltierte Wege und sonst vollständige Leere auszeichnet.Nur wenig entfernt vom Terrain drehen sich Maschinen, die in dieser windreichen Zone eine große Zukunft haben: Paterna ist in drei Himmelsrichtungen von etwa 70 Windkraftanlagen umkreist, welche der in Nordspanien angesiedelte Energiekonzern Iberdrola errichtet hat.Allerdings stützte und stützt Iberdrola sich überwiegend
auf eigenes, angereistes Personal und hat nur wenige Arbeiter aus dem Ort für Fundament undMasten eingesetzt.
Gleichwohl wäre der Sektor der solaren Energien eine Perspektive gerade für jungeMenschen aus der ländlichen Arbeiterschaft. Vor allem Südspanien verfügt über enorme Potenziale für Wind und Sonnenkraft, deren Erschließung erst in den Anfängen steckt. Ebenso wird gerade der äußerste Süden binnen weniger Jahre ein Schwerpunkt für den Bau weiträumiger Stromtransporte zwischen Europa und Nordafrika sein:
Die Meerenge von Gibraltar ist die mit Abstand günstigste Stelle, um die solare und äolische Stromerzeugung des nördlichen wie des südlichen Mittelmeerraumsmiteinander zu vernetzen.
Bei gezielter Politik ließe sich in Andalusien auch entsprechendes produzierendes Gewerbe ansiedeln.So wollen sich Werften bei Cádiz an der Herstellung von Offshore-Anlagen beteiligen, insoweit sie in die Technik des Schiffsbaus integrierbar ist. Jedoch hat die spanische Regierung bisher keine Regelungen zur Zulassung von Offshore erlassen. Sie kommt damit den kurzsichtigen Interessen der Tourismus- und Baubranche entgegen, die in den für Windkraft idealen Küstenzonen der Provinzen Cádiz und Huelva solche Anlagen bisher erfolgreich verhindern konnten.
Die in ihrer Mehrheit arbeitslose Jugend Paternas bedarf beruflicher Weiterbildung, um in der sich wandelnden Wirtschaftswelt Zukunftschancen zu haben.Man kann der spanischen Arbeitsförderung nicht vorwerfen, dass sie keine Angebote macht. In Paterna werden zurzeit in einemeigens errichteten Fortbildungszentrum fünf Kurse mit verschiedenen Schwerpunkten durchgeführt.Obwohl kostenfrei, sind sie wenig und insbesondere kaumvon jungen Männern besucht. Ein Kurs in Elektrotechnik in einem Nachbarort musste mangels Teilnahme abgeblasen werden – in dieser zukünftigen Schwerpunktregion vonWind- und Sonnenstrom! In Fragen der Arbeitsvorbereitung überwiegt in weiten Kreisen eine Haltung des Abwartens und Nichtstuns.

Familie und öffentliches Leben
Die unsicheren Lebensumstände haben die Familienbeziehungen stabilisiert. In der Kernfamilie tragen alle mit ihren Einkünften zum gemeinsamen Unterhalt bei. Auch in der weiteren Verwandtschaft hilft man sich. So gilt weiterhin die Regel, eine sich ergebende Arbeitsgelegenheit zunächst den näheren Verwandten anzubieten. Junge Leute leben, auch wenn längst erwachsen,überwiegendweiter imElternhaus.Haben sie einen Freund oder Freundin, zieht diese/r häufig dazu.Noch in den 1970er-Jahren waren außereheliche sexuelle Beziehungen bei vielen Menschen tabu, die heute umstandslos und ohne moralische Vorbehalte die Liberalisierung der Geschlechterbeziehungen akzeptieren. Allerdings verfestigt sich auch die traditionelle eschlechterrolle in Hausarbeit und Erziehung. Da die übergroße Mehrheit der Frauen kaum bis keine Aussicht
selbst auf befristete Lohnarbeit hat, bleibt sie weiterhin an Küche und Kinderbetreuung gebunden. Immerhin ist die Gefahr der Vereinsamung nicht gegeben, da verwandte Frauen sich häufig, oft täglich besuchen. Insbesondere die Beziehung der Mütter zu ihren verheirateten Töchtern ist intensiv und eng. Maria Jiménez kann täglich mit einem Besuch von zwei Töchtern rechnen,wobei die dritte und jüngste im selben Haus lebt. Das öffentliche Leben imOrt hat imVergleich zu früheren Jahren an Farbe und Intensität verloren. Das ist teils Folge eines veränderten Lebensstils: Immer mehr Menschen halten sich,wenn sie im Ort sind und nichts zu tun haben, überwiegend zu Hause auf – und zumeist, anders als früher, ohne die einladende offene Haustür. Das Wochenende wird im Sommer gerne zu Strandausflügen genutzt, und den örtlichen Paseo, das abendliche Promenieren mit Partnerschau am Wochenende, ersetzen viele Jugendliche durch einen Ausflug in Kino, Discos, Partys und den Paseo größerer Städte. Autos sind dafür zur Genüge verfügbar.Die Zahl der Kneipen hat in Paterna zwar nicht abgenommen, doch klagen die Wirte über einen deutlichen Besucher- und Einnahmerückgang. Jüngere Männer gehen,umzu sparen,weniger auf die Straße oder an die Theke, nur viele der Älteren sind weiterhin der Regel treu, dass ein Mann, der nichts zu tun hat,wenn er nicht schläft, sich in der Öffentlichkeit blicken lässt. So trifft man die früheren Landund Bauarbeiter vorzugsweise in zwei Seniorenzentren beim Kartenspiel oder in geselligen Gruppen an schattigen Plätzen und Straßenecken.

Dass Andalusier öffentliche Feste zu feiern wissen, ist bekannt. Feria, Romería, Semana Santa, Weihnachten auf den Straßen und der Karneval erfreuen sich auch in Paterna eines starken Zuspruchs. Regional bekannt und beliebt ist der öffentliche Auflauf um Stiere, die am Ostersamstag und zur Feria mit den üblichen Torero- und Mutproben durch die Ortsstraßen getrieben werden. Ein Pamplona-Spektakel im Kleinen, hier dadurch begünstigt,dass eine aus Paterna stammende Großgrundbesitzer-Familie Stierzucht auf großflächigen Weiden betreibt.Der Ort hat zwei im Ligawettbewerb spielende Fußballvereine,vor allemaber seit 25 Jahren den selbst verwalteten Kulturverein el Alcaucil, mit dem hübschen Namen eines beliebten stachligen Wildgemüses. In bisher mehr als fünfzig Ausgaben gibt er eine eigene Zeitschrift heraus. In ihr erscheinen Beiträge zur Geschichte, zu Persönlichkeiten und der Alltagskultur im Ort, ergänzt um Gedichte, Essays und auch mal philosophische Betrachtungen.Es schreiben normale Ortsbewohner mit einfacher oder auch gar keiner Berufsausbildung.
Sie haben vom Verein edierte Bücher verfasst, etwa über die lokale Kochkunst oder die Lebensgeschichte eines hiesigen Flamencosängers. Man bemüht sich um die Erhaltung herkömmlicher Baustile – wie der maurischen Dächer –oder alter Werkzeuge aus Handwerk und Landarbeit und engagiert sich in der Pflege und Verbreitung von Flamenco-Gesang und Tanz.DerVerein hat über 200Mitglieder und vorwenigen Jahren in Selbsthilfe und mit EU-Geldern ein eigenes Zentrum errichtet. Seit über 20 Jahren ist das Rathaus von Paterna, nicht untypisch für Andalusien, eine Domäne der Sozialisten, des PSOE. Bis zur letzten Kommunalwahl, im Mai 2011, war die rechte Partido Popular hier praktisch nicht präsent. Bei den Älteren, in Erinnerung an die Grausamkeiten der Nationalisten im Bürgerkrieg und die späteren Hungerjahre unter der Diktatur,hatte diese Partei ohnehin keine Chance.Die Bürgermeister und ihr Team bemühten sich insbesondere darum, dem bis in die 1980er-Jahre dörflichen, baumlosen und auch sonst kaum ausgestatteten Landarbeiterort eine urbane Gestaltung zu geben. Plätze, Promenaden und Spielplätze wurden angelegt, Bäume gepflanzt und überall Straßenbeleuchtungen geschaffen. Zentren für berufliche und sonstige Fortbildungwurden errichtet,Gedenktafeln undMonumente,kulturelle wie sportliche Aktivitäten aller Art gefördert.

Ein gigantisches Bauprojekt ist trotz des spanienweiten Zusammenbruchs der Immobilienwirtschaft bisher nicht aufgegeben worden: Am Ortsrand und weit in die Landschaft eingreifend soll ein Golfgelände mit Hotelkomplex, Ferienund Zweitwohnungs-Siedlung entstehen.Künstlich errichtete Seen sollen zum Baden und Promenieren einladen – in einem Gebiet,das mitwenigen vereinzelten Bächen im Sommerhalbjahr vollständig ausgetrocknet ist. Eine Entwicklungsgesellschaft wurde gegründet, in öffentlich-privater Partnerschaft mit einer Immobilienfirma aus dem Spekulations-Eldorado Marbella (Provinz Malaga). Das monströs erscheinende Projekt soll just dort realisiert werden, wo die wenigen kleinen Bauern aus demOrt ihr Land besitzen. So besteht die sichtbare Hauptaktivität bisher darin, die meist »renitenten« Landbesitzer mit festgesetzter Entschädigung zu enteignen.Ihr Land soll dann zu günstigen Preisen an die erwähnte Immobilienfirma verpachtet werden. Ansonsten erhöhen die Büro- und Planungskosten in mittlerweile sieben Jahren die ohnehin starke Überschuldung des Rathauses.Mit rund sechs Millionen Euro ist sie nur im andalusischen Relativvergleich »erträglich «. Die benachbarte Stadt Jerez de la Frontera kann mit fast 900 Millionen Euro Schulden und Zahlungsunfähigkeit in der Begleichung der anfallenden Zinsen aufwarten.Zugleich leistet sich die Stadt bei 150000 Einwohnern ein Heer von 2000 Angestellten,wobei zahlreiche leitende Posten nachweislich
erheblich höhere Bezüge als zulässig erhalten. Der politischen Fairness halber sei angemerkt,dass diewohl 30- jährige Vettern- und Misswirtschaft von einer Rathausmehrheit wechselnd zwischen Sozialisten und andalusischen Regionalisten zu verantworten ist.Sie wurde jetzt von der neu gewählten Bürgermeisterin der PP aufgedeckt und angeprangert.



Abwendung von der Politik
Wie reagieren die Menschen in Paterna auf die Krise, die sozialen Kürzungen und dieMassenarbeitslosigkeit? Gegenwärtig in einer Mischung aus Passivität, Resignation und Verbitterung. »Wir sind maßlos enttäuscht von Zapatero und von ihm und seinen Leuten betrogen worden«, so der ehemalige Landarbeiter José Guerrero. »Er hat bei den Armen gekürzt und die Reichen ungeschoren gelassen. Unsere Renten hat er gekürzt. Ich kann davon mit meiner Frau gerade noch leben, aber meine fünf Söhne kann ich nicht unterstützen. Sie sind
alle lange arbeitslos und wissen nicht, wie sie ihre Familien durchbringen sollen.– Ob ich wählen gehe? Das bringt nichts.
Jedenfalls nicht die Sozialisten, und auf keinen Fall Rajoy und seine Partei, die PP, schließlich habe ich noch die Zeit von Franco erlebt, als die an der Macht waren.«Ganz überwiegend wird die politische Klasse als unfähig und korrupt und nur auf den eigenen Vorteil bedacht eingeschätzt. Und für Korruption können gerade aus Andalusien mehr als genug Beispiele angeführtwerden.»Du hast doch gelesen, was die in Jerezmit dem Rathaus angestellt haben.Oder in El Puerto de SantaMaria.Der alte Bürgermeister steht jetzt schon das zweiteMal vor Gericht,weil er und seine Kumpane reihenweise Geld für Baugenehmigungen in die Tasche gesteckt haben«, so Valerio Clavijo, Angestellter und immerhin berufstätig.

Massive Enttäuschung und Kritik an der Politik führt bisher nicht zu offen geäußertemProtest.Auch bei den Kommunalwahlen konnte sich die PSOE in Paterna eine zwar knappe Mehrheit sichern, doch die kapitalismuskritische »Vereinigte Linke« legte – wie in Andalusien insgesamt – nur geringfügig zu. Allerdings zeigte die Protestbewegung, die am 15.Mai in Madrid ihren spanienweiten Anfang nahm, auch in diesem Landort Wirkung. Es bildete sich eine aktive Gruppe junger Leute.Sie führte im Juni eine erstemehr symbolische Platzbesetzung durch, organisiert Versammlungen und engagiert sich in einer kritischen Kontrolle der Rathauspolitik. Die drei Gewerkschaften mit Landarbeiterbindung – CCOO,UGT und SOC – hatten noch in den 1980er-Jahren eigene Läden im Ort.
Sie sind inzwischen geschlossen. Örtliche Versammlungen und Protestmärsche wie damals, die sich an der Arbeitslosigkeit auf dem Land entzündeten, bleiben gegenwärtig aus. Allerdings eignet sich der Bausektor wenig für Protest,wenn die Firmen weit weg und vielfach in Insolvenz, die Entlassenen aber in den Heimatort zurückgekehrt sind. Die Werftarbeiter an der Bucht von Cádiz waren jahrelang in Arbeitskämpfen engagiert und haben damit Lohnzuwächse und soziale Sicherungen durchgesetzt. An diesen Aktivitäten waren Arbeiter
aus Paterna immer beteiligt, doch eben außerhalb des Orts.
Bleibt die Landarbeit und ihre derzeit für das ländliche Proletariat hoffnungslose Perspektive. Ihre Bewertungen durchzieht gerade bei Menschen, die früher noch auf dem Land gearbeitet haben, ein krasser Widerspruch. »Die Arbeit auf dem Land war einfach das Letzte.Wir haben uns zu Tode geschuftet, wir wurden geschunden wie Vieh, und der Lohn reichte nicht einmal, um satt zu werden.Man hatte Lust, die Señoritos umzubringen, so haben sie uns das Blut aus den Adern gequetscht«, so sang vor ein paar Jahren der inzwischen verstorbene Frasquitín,auch elNiño de la Cava genannt.

Die 1940er-Jahre der Franco-Diktatur sind den Älteren als Zeit des Hungers noch geläufig. Und doch besang Frasquitín in vielen Liedern die Reize der Landarbeit von einst und den Stolz der Landarbeiter auf ihre durchaus qualifizierten Tätigkeiten. Mit dieser nostalgischenVergegenwärtigung der verlorenen Zeit steht er nicht allein. Der erwähnte Kulturverein erarbeitet gerade eine Art Opera Buffa, in der Theater und Flamenco-
Gesang einander abwechseln. Thema ist das Leben früher in und um die Landarbeit, mit seinen Licht- wie mit
seinen Schattenseiten.Und als ich nach einigen Tagen Paterna verlasse, lässt Rufino es sich nicht nehmen, mir aus seinen Versen über die Reize von Land und Landarbeit einst vorzusingen. Hat er das doch selbst erlebt – und erlitten.

Paterna de Rivera oder Die Verwandlung VOL II

»Traust du der Bank, landest du selbst auf einer« 
Spanien im Niedergang

Spanien ist Zielscheibe der Finanzspekulation und ähnlich wie Griechenland vom Staatsbankrott und einem lang währenden wirtschaftlichen Niedergang bedroht.Noch zwanzig Jahre nach seinem EU-Beitritt im Jahr 1986 brillierte das Landmit überdurchschnittlichenWachstumsraten, sodass euphorische Politiker bereits darauf setzten, in derMagie des BSP-Vergleichs die Kernländer der Europäischen Union zu überholen.
Ihr Traum ist gründlich zerstoben. Seit 2008 stagniert dieWirtschaft bei zeitweiser Schrumpfung.
Die Zahl der registrierten Arbeitslosen lag im Juni 2011 bei 4,2 Millionen und hat sich im August,wenn auch nur um 1,5 Prozent,weiter erhöht. Die Jugend unter 25 Jahre ist zu 46 Prozent ohne registrierte Anstellung. Die fast eine Million unter ihnen, die keine Berufsausbildung haben, erwartet Dauerarbeitslosigkeit mit günstigenfalls kurzen Unterbrechungen und die unsicheren Aussichten der economía inmersa, des »schwarzen
« Arbeitsmarkts.Wer in diesen Zeiten Arbeit findet, erhält sie nur zeitlich befristet; weniger als zehn Prozent der Arbeitsverträge seit 2008 sind auf Zeit und ohne Kündigungsschutz abgeschlossen worden.

Spaniens vor Jahren total überhitzte Bautätigkeit ist weitgehend eingestellt.Überall stehen die Kräne still, sind halbfertige Ruinen oder leeres Bauland zu sehen. 700000 Wohnungen waren im Juni 2011 als unverkäuflich registriert.Rund 800000 Bauarbeiter gehen stempeln – ein großer Anteil ohne jede Bezüge. Staat, Provinzen und viele Gemeinden sind verschuldet, und das manchmal bis zur Zahlungsunfähigkeit.Noch um die Jahrhundertwende konnte Spaniens Staatshaushalt ohne rote Zahlen abschließen, inzwischen ist die Kreditlast so stark gestiegen und die Bonität gesunken, dass das Parlament 2010, mit knapper Mehrheit von sozialdemokratischer PSOE und der Enthaltung einiger Regionalparteien, ein massives Spar- und Sanierungsprogramm beschloss.2 Die Gehälter für Staatsangestellte und die Renten wurden gekürzt, Sozialleistungen für Arbeitslose verringert, teilweise sogar gestrichen und das Kündigungsrecht gelockert. Der Sozialabbau, der bisher ohne Zusatzbelastungen für die Wohlhabenden und Reichen stattfindet, ist Hauptgrund der schweren Niederlage der PSOE. Sie verlor in allen Regionen, die zurWahl anstanden und in den meisten Kommunen. Schon weil die Regierung zu Jahresende mit einer Niederlage bei der Haushaltsabstimmung rechnen muss, wurden dieWahlen – ursprünglich für März 2012 angesetzt – auf den 20.November vorgezogen.
Präsidentschaftskandidat der PSOE ist nicht der inzwischen unpopuläre und »verbrannte« Zapatero, sondern der frühere Innenminister Rubalcaba.  Der Linksruck, den dieser mit angekündigter Vermögenssteuer, Bankenabgabe oder finanzierten Fortbildungsangeboten für junge Arbeitslose eingeleitet hat, kommt vermutlich zu spät, um enttäuschte Stammwähler wieder zu gewinnen: Die Meinungsumfragen sagen (Stand Anfang September) einen deutlichen Sieg der rechten Partido Popular voraus.

Das spanischeWirtschaftswachstum stellte sich schon vor der Krise dem kritischen Betrachter als eine Blase dar, die früher oder später zerplatzen musste. Für die entsprechende Politik sind im Übrigen die Partido Popular (PP) wie die PSOE in gleicherWeise verantwortlich.Kaum ein anderes europäisches Land hat in den letzten 25 Jahren so massiv und mit dem Rückenwind der EU-Strukturförderung Straßenbau betrieben und die Tiefbau- und Verkehrslobby ohne Rücksicht auf den Landschafts- und Umweltschutz bedient. Eine gezielte Förderung zukunftsträchtigerWirtschaftszweige fand nicht statt, mit der durchaus rühmlichen Ausnahme der Solar- und derWindkraft-Branche.Doch auch hier gibt es mit verschlechterten Einspeisevergütungen Rückschläge.
Außerdem haben die Fabrikation und vor allem der Export von Anlagen bisher eine weit geringere Bedeutung als beispielsweise in Deutschland und Dänemark.

Die Landwirtschaft entwickelte sich zwar unter dem Schutzschirm der EU-Subventionen zu einem starken und exportfähigen Sektor,wobei Steigerungen der Umwelt-Beeinträchtigungen und -Risiken bedenkenlos, ja skrupellos in Kauf genommen werden.Die Verwandlung großer Teile (nicht nur) der Provinz Almería in ein endloses Plastikmeer ist bekannt. Der intensive Dünge-und Pestizid-Einsatz hat negative Folgen, vor allem aber befördert eine intensive und teilweise aus Grundwasser gespeiste Berieselung die ohnehin bei zurückgehenden Niederschlägen im Jahresmittel steigende Austrocknung und auf mittlere Sicht das Risiko einer Desertifikation.
Auch die Landwirtschaft in den anderen südspanischen Regionen, die stark durch Großgrundbesitz geprägt sind, verschlechtert massiv die Umweltqualität. Soweit die Bodenfruchtbarkeit das irgend zulässt, wurde das Land großflächig und ohne Randbewuchs unter die Pflugmaschine genommen. Anfällige Flächen wie leicht auswaschbare Hügelhänge wurden nicht geschont; kilometerweit fehlt jeder Baumbestand, sofern es sich nicht um Oliven,Obstbäume oder wasserzehrende Schnellwuchsplantagen wie Eukalyptus handelt. In Trockenzonen fern der Flussgebiete werden auch Pflanzen mit hohemWasserbedarf wie Baumwolle oder Mais angebaut und mit Grundwasser berieselt. Eine starke Bodenerosion ist die Folge – in einer Region, der die Klimaforschung die Prognose einer sich leicht über die Meeresenge ausbreitenden Wüstenzone anheftet.
Vor allem konzentrierte sich Spaniens wirtschaftliche Entwicklung nach dem EU-Beitritt auf den Bausektor.Hier wurden pro Jahr mehr Häuser gebaut als in Frankreich, Deutschland und Italien zusammen. Spanien konnte dabei zum einen auf den sommerlichen Touristenstrom setzen, der – anders als in Griechenland – auch im Sommer 2011 anhielt.Mehr noch kam man der Nachfrage nach einer Zweitwohnung am Mittelmeer oder Atlantik durch Angehörige der Mittel- und Oberklassen inner- wie außerhalb Spaniens entgegen, die entsprechend zahlungskräftig waren oder sich dafür hielten.Die durch Umweltrücksichten oder Landschaftsschutz kaum »angekränkelte« Zersiedelung hat dazu geführt, dass die Küstenzonen an Mittelmeer
und südspanischemAtlantik über weite Strecken vollständig zugebaut sind. Zunehmend erfasst der Siedlungsfraß auch bisher wenig berührte Binnenlandschaften.
Ein dritter Grund der massiven Siedlungsausweitung hat zunächst dieWohnsituation breiter Bevölkerungskreise verbessert. Er hat heute jedoch dazu geführt, dass Hunderttausende von Wohnungsverlust und teilweiser Obdachlosigkeit bedroht sind.DieWohnsituation vor allem der Arbeiterklasse war in der Ära der Franco-Diktatur und ihrer repressiven Niedriglohnpolitik sehr beengt, viele Familien lebten regelrecht zusammengepfercht in oft baufälligen Häusern.
Sie kauften sich daher in pisos –Wohnungen im mehrstöckigen Neubau – ein, soweit sie durch Auslandsarbeit inWesteuropa oder bessere Löhne im Inland etwas Ersparnisse hatten.Mietwohnungen waren und sind in Spanien Mangelware. In einem oft planlosen Urbanisierungsprozess entstanden Großsiedlungen, die binnen weniger Jahrzehnte die bebaute Fläche der spanischen Städte um ein Vielfaches ausgeweitet haben. Der anhaltende Bauboom wurde seitens der Banken durch Kreditvergaben ohne ausreichende Prüfung der Bonität angeheizt. Zusätzlich gespeist ist er durch eine in Spanien sehr verbreitete korrupte Verfilzung von Kommunalpolitik und Immobilienwirtschaft.

Der maß- und bedenkenlose Bauboom war auf Dauer nicht lebensfähig und sein Zusammenbruch nur eine Frage der Zeit. Eine gesamtwirtschaftliche Kettenreaktion war die Folge. La burbuja – so das geflügelteWort für die Immobilienblase – zeichnete sich schon vor der internationalen Finanzkrise 2008 ab.Die PP-Regierung
unter Aznar (1996–2004) hatte planerische Beschränkungen für die Erteilung von Baugenehmigungen
aufgehoben. So waren denn bereits 2005 195000Wohnungen nicht verkauft oder unverkäuflich. Dennoch wurden noch pro Jahr rund 800000Wohnungen neu gebaut, obwohl der Jahresbedarf auf maximal 300000 geschätzt war.
Erst im Jahr 2007 nahm die nunmehrige PSOE-Regierung die totale Bauliberalisierung zurück –zu spät,wie Zapatero in seiner Regierungserklärung Anfang Juli 2011 im Parlament eingestand. Sein Kontrahent Rajoy von der PP hat prompt angekündigt, nach seinem erwartetenWahlsieg die Baubeschränkung wieder aufzuheben: »Krisenbewältigung «, betrieben alsWiederholung des Ausgangsfehler.
Der mit der »Blase« zwangsläufige wirtschaftliche Rückgang ließ die Arbeitslosigkeit hochschnellen,
noch verschärft durch die globale Finanzkrise ab 2009. Immer mehr Familien konnten die Kredite nicht mehr zahlen und sind somit akut von Konfiszierung und Zwangsräumung aus ihrerWohnung bedroht. Zugleich verschlechterte sich die Finanzbilanz der Banken auch dadurch, dass Baufirmen reihenweise insolvent
geworden sind und ihrerseits getätigte Kredite nicht abzahlen.Nach den EU-weit durchgeführten Stresstests ist die Zahlungsunfähigkeit von fünf spanischen Banken zu befürchten – mit unvermeidlich schwerwiegenden Folgen für die betroffene Bevölkerung.

Der maß- und bedenkenlose Bauboom war auf Dauer nicht lebensfähig und sein Zusammenbruch nur eine Frage der Zeit. Eine gesamtwirtschaftliche Kettenreaktion war die Folge. La burbuja – so das geflügelteWort für die Immobilienblase – zeichnete sich schon vor der internationalen Finanzkrise 2008 ab.Die PP-Regierung
unter Aznar (1996–2004) hatte planerische Beschränkungen für die Erteilung von Baugenehmigungen aufgehoben. So waren denn bereits 2005 195000Wohnungen nicht verkauft oder unverkäuflich. Dennoch wurden noch pro Jahr rund 800000Wohnungen neu gebaut, obwohl der Jahresbedarf auf maximal 300000 geschätzt war.
Erst im Jahr 2007 nahm die nunmehrige PSOE-Regierung die totale Bauliberalisierung zurück –zu spät,wie Zapatero in seiner Regierungserklärung Anfang Juli 2011 im Parlament eingestand. Sein Kontrahent Rajoy von der PP hat prompt angekündigt, nach seinem erwartetenWahlsieg die Baubeschränkung wieder aufzuheben: »Krisenbewältigung «, betrieben alsWiederholung des Ausgangsfehler.
Der mit der »Blase« zwangsläufige wirtschaftliche Rückgang ließ die Arbeitslosigkeit hochschnellen, noch verschärft durch die globale Finanzkrise ab 2009. Immer mehr Familien konnten die Kredite nicht mehr zahlen und sind somit akut von Konfiszierung und Zwangsräumung aus ihrerWohnung bedroht. Zugleich verschlechterte sich die Finanzbilanz der Banken auch dadurch, dass Baufirmen reihenweise insolvent geworden sind und ihrerseits getätigte Kredite nicht abzahlen.Nach den EU-weit durchgeführten Stresstests ist die Zahlungsunfähigkeit von fünf spanischen Banken zu befürchten – mit unvermeidlich schwerwiegenden Folgen für die betroffene Bevölkerung.

viernes, 14 de octubre de 2011

UN PUEBLO ANDALUZ EN LA CRISIS, PATERNA DE RIVERA

Un pueblo andaluz en la crisis
Un reportaje de Paterna de Rivera, Julio 2011

Este artículo sobre Paterna de Rivera lo escribí en agosto 2011 para la revista alemana "Die Kommune“.  Se trata de un reportaje sobre la situación social y laboral en Paterna. El artículo fue publicado en octubre de este año. Hartwig (Juan) Berger.

A Paterna, un pueblo con hoy 5.600 habitantes, llegué en el autocar de Cádiz, igual que hace 38 años, cuando estuve allí durante dos meses. Y como entonces, el autobús paraba cerquita del bar de Rufino. Rufino, un cantaor de flamenco de muy buena fama en la región. Su bar se encontraba ya en el año 1963 al lado de la carretera, cuando el pudo abrirlo gracias a algunos ahorros. Hoy, con sus 72 años todavía está llevando el local junto con su hijo mayor. Así que  son dos familias, las que tienen que vivir de los ingresos. Rufino casi nunca cierra antes de medianoche y abre ya a las cinco de la madrugada, cuando cazadores y obreros suelen tomar un café y, de vez en cuando, también un coñac antes de salir.  En tiempos pasados a esta hora se juntaban centenares de hombres en los bares del pueblo, antes de salir a trabajar en faenas del campo. Otros se buscaban la vida por su cuenta, recogiendo caracoles, cabrillas, cohollos o espárragos para venderlos a remitentes. Así todavía a principios de los años ochenta se podían alimentar familias completas.

Este tiempo ha pasado. Hoy los señoritos hacen trabajar casi exclusivamente con máquinas. Es muy raro que soliciten eventuales, y tienen muy pocos fijos - el aperador, algunos tractoristas y el cotero para impedir la caza furtiva. De vez en cuando buscan mano de obra para campañas cortas como la vendimia o la cosecha de verduras. Por lo menos, pagan sueldos contratados, un éxito de una larga lucha sindicalista. Y desde hace tiempo se acabó  el trabajo del buscarse la vida en el campo, con los caracoles etc. Había muy pocas excepciones, como el ejemplo famoso del “Trompo”,  que salía hasta Portugal a buscar espárragos para venderlos aquí. Pero, por desgracia, el Trompo murió ….

Trabajo precario

 Entonces ahora, en las salidas matinales del pueblo faltan los obreros del campo. También ha disminuido fuertemente el número de personas, casi exclusivamente hombres, que trabajan en la industria de la bahía de Cádiz. Hace tres años que « General Motors » cerró  su plantilla allí, desplazándola “a un lugar cualquiera en Europa del Este”. Unos dos mil perdieron su trabajo allí, entre ellos unas docenas de Paterneros. También han cerrados algunos astilleros. Hace años que no podían sobrevivir sin ayudas estatales. Para las empresas que quedan hay pocos encargos, así que necesitan menos personal y trabajan más con horas reducidas. Obreros de edad avanzada fueron prejubilados. Con huelgas, bloqueos del puente de Cádiz y  otras luchas sindicalistas por lo menos se consiguieron  rentas dignas. Los paterneros en su alta mayoría trabajan a contrata, es decir en condiciones mucho peores. Tienen trabajo cuando la empresa tiene encargos y son despedidos en seguida cuando las faenas se acaban.

Los tres hijos y un nieto de Rafaela Martínez  por el momento trabajan en los astilleros, donde están limpiando y pintando barcos. Pero siempre con la amenaza de ser despedidos.  Por lo menos se encuentran algo mejor que muchos de sus vecinos, que trabajaban en la construcción o en los astilleros y que hoy se encuentran en paro, muchos desde hace años ya. Francisco, el hijo mayor, tiene la esperanza de poder juntar un año continuo de trabajar. Entonces tendría derecho a recibir la paga de paro. Así  podría continuar con obras en su casa, que su padre ya le empezó a construir en los años setenta con el dinero que este mismo ahorró trabajando en Alemania. Pero a Francisco le pone nervioso la idea de estar de nuevo parado, tanto por los problemas económicos como por sentirse  inútil,  pasando largos días aburrido no haciendo nada.

Durante veinte años Francisco trabajó en la construcción de las urbanizaciones de la Costa del Sol – no obstante durante todo este tiempo no pudo terminar su casa.  Pero fue más prudente que muchos otros Paterneros, que compraron a credito materiales, muebles, coche y otras cosas. Ahora, estando en paro ya no pueden pagar los préstamos. En el pueblo hay muchos que temen el famoso desahucio. Y hay centenares en Paterna,  que fueron despedidos a causa de la caída de la construcción en todas partes de España y la mayoría se encuentran en esta situación desde hace años ya. Antes trabajaban fuera, mayormente lejos de su pueblo, en proyectos urbanísticos, en centros turísticos,  construyendo carreteras o autopistas, en la zona del litoral, en las islas Canarias o en cualquier gran ciudad. Regresaban a su pueblo y a sus familias los fines de semana si podían, muchas veces no era posible durante meses. Hoy se encuentran en su pueblo, pasando el tiempo sin trabajo, a veces con chapuzas en casa o en la economía sumergida, que hoy aún aquí es mas amplia que antes. Para la gran mayoría de los albañiles que han vuelto la paga del paro ya se acabó, los que tienen más «suerte» dependen de un subsidio de 400 € al mes  si son padres de familia (en la albañilería casi no había mujeres). Así que a lo peor, si no tienen familia, no reciben nada.  En el pueblo prácticamente no hay obras. Las empresas de albañilería de aquí, unas treinta y todas pequeñas, están en huelga a lo mejor, o en quiebra, a lo peor.

Para los obreros que viven en el campo andaluz la caída de la construcción es un golpe muy duro. Para muchos años, el auge de obras les servía de “red de salvación”, era una alternativa en una situación en que todos los años había menos jornales en las fincas. Además, a partir de los años sesenta la gran oportunidad de encontrar trabajo con una remuneración aceptable fue la emigración. Casí la mitad de los hombres de la familias obreras se fueron a Alemania, Francia, Holanda o Suiza, unos para pocos años, otros para muchos. Unos pocos fueron acompañados por la mujer y los niños. Si se cuenta también el trabajo temporal en el campo de Francia, la emigración de Paterna comprendía 70% de todos los trabajadores. La mayor parte de los emigrantes fuera de España ha vuelto a Paterna, mientras la mayor parte de los emigraron dentro de España, mayormente a Catalunya, se quedaron allí. Casi todos los emigrantes que han vuelto, hoy están jubilados, casi todos con una paga de la emigración muy modesta, que por si sola no basta para poder vivir.

El retorno de los emigrantes es una de las razones del fuerte aumento de la población, 2.000 mil más dentro de 40 años. Por supuesto hay otras razones, como un saldo de nacimientos continuamente positivo y desplazamientos de los pueblos de la sierra a este pueblo que parecía mas prometedor por estar situado cerca de zonas industriales y urbanas.

Hoy en Paterna, trabajar en el campo ya no tiene peso alguno y  además, hay pocos emigrantes a Alemania etc., sólo los que se han quedado allí. A primera vista es sorprendente que casi se acabara la emigración a países más prósperos de la Unión Europea, tomándose en cuenta el paro tan fuerte en Andalucía y el hecho, de que en la UE ya no hay los obstáculos de antes para desplazarse, como el permiso de trabajo y el permiso de la estancia. Un andaluz, por más pequeño que sea su pueblo, es un ciudadano Europeo, con el derecho de vivir, de trabajar y de votar en los municipios de cada uno de los 27 países de la Unión. Hay un pueblo gaditano - Villamartín o Puerto Serrano -  donde  ayuntamiento y oficina de empleo ofrecen cursos de lengua y de preparación cultural para jóvenes que quieran emigrar a Alemania. Pero, por desgracia, esto es todavía una excepción. Hablando de Paterna, bastantes vecinos tienen familiares o conocidos, que hoy viven para siempre en Alemania o Holanda y que  podrían ayudarles en encontrar un trabajo con un sueldo digno allí. Una razón de que los jóvenes no aprovechen esta posibilidad posiblemente es la falta de formacion profesional. Y por supuesto, sin carrera profesional aumenta el riesgo de no obtener más que sueldos bajos, de « dumping », de ser explotados, y eso en un país ajeno, que no conocen.

Entonces, como todos los años había menos faenas del campo y más retorno de emigrantes,  más y más obreros trabajaban en la construcción, la rama económica que con la entrada en la Union Européa y una especulación floreciente se puso muy fuerte en la España de las últimas décadas. Ycon la perspectiva de un trabajo continuo y con remuneración digna muchos jóvenes renunciaron a hacer una formación profesional. ¿Por qué hacerlo, si ya se podía ganar un buen dinero siendo jovencito? Y ¿por qué cansarse en aprender en cursos y colegios calificaciones si oficios como la albañería se podían aprender  practicando en casa o durante las jornadas? Igual como lo hacían sus abuelos en las distintas faenas del campo. La gran conyuntura de las urbanizaciones, los centros turisticos y las carreteras prometía sacar un buen dinero ya como joven, prometía poder levantar  un casa nueva, comprar coche y muebles. Así, una gran mayoría de familias de aquí pudieron hacer una casa, siempre en parte por sus proprias manos. Claro que con el aumento de los precios del terreno las casas normalmente no son muy grandes y tienen un patio chico sin huerto. Pero a diferencia de los tiempos anteriores, las familias hoy tienen lavadora, frigorífoco, televisor y, más recientemente, climatización, esto último con altos gastos de electricidad, ya que las casas nuevas tienen mala isolación contra el calor y el frío, al contrario de las casas antiguas. Y casi cada uno, cuando es adulto, tiene un coche. 

El paro generalizado, hoy por hoy, es de nuevo el destino sufrido de los pueblos de Andalucía, consecuencia de la caída de la construcción, la agricultura sin trabajo y la falta de alternativas en la economía regional. A nivel nacional,  en cuestión de paro, Cádiz tiene la triste fama de ser la provincia con el “farol rojo”, la retaguardia de toda España. En la estadística de abril de 2011, de los 10 pueblos de España con el paro más alto, ocho son de Cádiz. Paterna de Rivera figura con un 28% de parados registrados, uno de los tres últimos pueblo de España. Peor sólo fueron Barbate y Ubrique.

Además hay que darse cuenta que „registrados“ son únicamente los que reciben una paga del paro.  Si se acabó la paga – o si, como todos los solteros, no reciben ningún subsidio y por esto no se apuntan - para la estadística no cuentan como “parados”. Visto así, en Paterna el paro de verdad, como en toda Andalucía, es mucho más alto que los 28% registrados. En los sindicatos del pueblo se estima que la mitad del pueblo está parado. 
Continua con:

- Vivir sin tener trabajo  

- Viento del futuro

- Vida familial y publica

- Desilusionados de la política